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SONGS OF REPRESSION

Estephan Wagner und Marianne Hougen-Moraga | DNK | 2019 | 88′


Vom Massengrab zum Tourist*innenparadies – Eine dunkeldeutsche Utopie im Herzen Chiles

Am Fuße der Anden liegt eine idyllische deutsche Kolonie. Urlauber*innen genießen das subtropische Klima zu bayerischem Schweinebraten. Doch die Schönheit des Ortes birgt eine düstere Vergangenheit: 1961 gründete der aus Deutschland geflohene Paul Schäfer die Colonia Dignidad, eine fundamental-christliche Gemeinde, die sich schnell in eine totalitäre Sekte wandelte. Es folgten vier Jahrzehnte des Kindesmissbrauchs, kollektiver Schläge und unzähliger weiterer Gräueltaten. Darüber hinaus unterstützte die Kolonie Pinochets Diktatur, indem sie politische Gefangene folterte, tötete und sie in Massengräbern begrub. Erst nach der Verhaftung Schäfers im Jahr 2007 öffnete sich die Kolonie und wandelte sich in ein bizarres Ausflugsziel.

SONGS OF REPRESSION besucht und porträtiert die Gemeinschaft auf Augenhöhe. Wir begegnen Bewohner*innen, die heute noch das Grauen leugnen, denen, die noch immer schwer mit der Vergangenheit zu kämpfen haben – und denen, die dazwischen stehen. Über ein halbes Jahr lebte das Regie-Duo in der Gemeinde und baute ein bemerkenswertes gegenseitiges Vertrauen zu den dort Lebenden auf. Produziert von Joshua Oppenheimer (THE ACT OF KILLING, Heimspiel 2013), fragt der fesselnde Ausnahme-Dokumentarfilm, ob in einer traumatisierten und sozial isolierten Gesellschaft, in der persönliche und kollektive Verleugnung zum Alltag gehören, sowohl Wahrheit als auch Versöhnung möglich sind.

Estephan Wagner und Marianne Hougen-Moraga

Wagner absolvierte die NFTS in London und arbeitet seit über einem Jahrzehnt als Dokumentarfilmregisseur. Seine Geflüchteten-Doku LES SAUTEURS gewann zahlreiche Preise.
Hougen-Moraga, M.A. studierte Dokumentarfilm und Filmwissenschaft. Ihr Kurzfilm SEA OF SORROW – SEA OF HOPE, wurde für den dänischen Robert-Preis nominiert.
Die beiden halbchilenischen Regisseur*innen leben zusammen in Kopenhagen und beschäftigen sich nicht zuletzt aufgrund ihrer Herkunft bereits seit etlichen Jahren mit der Colonia Dignidad.

Pressestimmen

This eye-opening documentary avoids sensationalism to offer a measured, sympathetic approach to the emotional toll on the survivors as they struggle to come to terms with the past.
SCREENDAILY

Beeindruckend aufmerksam und sensibel mit einem differenzierten Blick auf die komplexen Zusammenhänge der konfliktbehafteten Erinnerungskultur.
Ein geschichtskultureller Drahtseilakt, der Ambivalenzen hervorhebt anstatt zu moralisieren.

COLONIA-DIGNIDAD.COM

Screening

Fr., 20.11. 19:00 UhrOstentorKino-Tickets
19.11. ‐ 23.11.0 ‐ 24 UhrInternetOnline-Tickets