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BLACK GIRL + BOROM SARRET (Vorfilm)

Ousmane Sembène | SEN/FRA | 1966 | 65′ (+18′ Borom Sarret)


Die Utopie Europa als postkolonialer Alptraum – ein Meilenstein der Filmgeschichte!

Im festen Glauben an ein besseres Leben verlässt Diouana (M’Bissine Thérèse Diop) den Senegal in Richtung Frankreich. Kaum in der ehemaligen Kolonialmacht und bei ihren neuen bourgeoisen Arbeitgeberinnen angekommen, wandelt sich der Traum von Europa für die pflichtbewusste junge Frau schnell zum größten Alptraum.

BLACK GIRL ist ein Meilenstein der Filmgeschichte, ein längst überfälliger Perspektivwechsel und ganz große, Augen öffnende Kinokunst – eine radikale Anklage (schwarz-)weißer Denkstrukturen und zugleich Abgesang auf die Utopie Europa. Drei Jahre zuvor entstand BOROM SARRET (1963). Den nur mit Laiendarstellerinnen und Familienmitgliedern besetzten ersten Kurzfilm Sembènes präsentieren wir als Vorfilm. Im direkten Stil der Nouvelle Vague, mit natürlichem Licht und Handkamera gefilmt, stecken beide Filme die drängendsten Themenfelder des Postcolonial Cinema ab: Es geht um Repräsentation, Differenz und Migration, soziale und kulturelle Durchlässigkeiten, alltägliche wie strukturelle Rassismen, um die Unterdrückung und Ausbeutung von Arbeiter*innen, nicht zuletzt und insbesondere also immer auch um moderne Sklaverei.

Ousmane Sembène

“If Africans do not tell their own stories, Africa will soon disappear!” Mit diesen eindringlichen Worten sorgte sich Ousmane Sembène um das kulturelle Gedächtnis eines ganzen Kontinents. Mit BLACK GIRL gelang dem bekennenden Feministen 1966 die Sensation. Nach vielen Hundert Jahren kolonialer Unterdrückung konnte er mit dem ersten von einer PoC inszenierten subsaharischen Langfilm internationale Aufmerksamkeit erreichen.

Pressestimmen

 “[…] the force of Mr. Sembène’s art — the sheer beauty that is the most striking feature of his early films — lies in his humanism. […] For all its abundant historical interest, BLACK GIRL unfolds in the present tense, and directs its characters and its audience toward a still-unwritten future.“
NEW YORK TIMES

„[BOROM SARRET] isn’t just a milestone, it’s an outstanding work: funny, insightful, beautifully shot and heartbreaking.“
THE GUARDIAN

Screening

14.10.202020:00 UhrWintergartenVorverkauf in Kürze