Zum Inhalt springen

ECHO

Mareike Wegener | DEU 2022 | 98′ | DE, OmeU

██ Hauptsektion ⭐ Mit Gäst*innen: Mareike Wegener und Felix Römer

Was haben eine Bergnymphe, ein schrulliger Adeliger, eine traumatisierte Kommissarin, eine Moorleiche und eine Weltkriegsbombe mit deutscher Vergangenheit zu tun? Findet es heraus!

Was sich in der Erde unter dem kleinen Städtchen Friedland so alles finden lässt: Zuerst taucht eine Moorleiche auf, dann ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Was für Kommissarin Harder (Valery Tscheplanowa) eine entspannte Routineermittlung zum Wiedereinstieg in den Polizeidienst sein sollte, wird zum Spießrutenlauf. Schließlich muss Harder neben der Leiche und der Bombe auch mit einem spleenigen Schlossherrn (Felix Römer), einer störrischen Rentnerin, und den vom Evakuierungschaos gestressten Kolleg*innen vor Ort zurechtkommen.

Geschichte wiederholt sich: Einfallsreich und experimentierfreudig spielt Regisseurin Mareike Wegener in ihrem Spielfilmdebüt mit unterschiedlichen Motiven für die Erinnerung an Gewaltakte und die Überforderung mit deren Folgewirkungen. Doch mit dem schweren Thema geht sie überraschend humorvoll um: In den Dialogen zwischen den liebenswürdig eigenwilligen Charakteren schwingt immer eine Prise lakonischer Witz. Die zunehmend ins Absurde driftenden Szenarien werden von einem spannungsgeladenen Bläser-Soundtrack ironisch kommentiert. So – mit pinken Rauchwolken, Papageien und schwebenden Beinen – kann eine Auseinandersetzung mit den Sünden der (deutschen) Vergangenheit also auch aussehen.

PRESSESTIMMEN

»Diese konsequente und für deutsche Verhältnisse erstaunlich leichtfüßige Komödie reflektiert darüber, dass sich angestaute Gefühle wie Schuld und Angst nicht ewig vertuschen lassen, und schafft eine Brücke zwischen Krieg und Frieden, Vergangenheit und Gegenwart.« FILMDIENST

»Das Spielfilmdebüt setzt sich ebenso ernsthaft mit den Traumata der deutschen Geschichte auseinander, wie es leicht und oft fast parodistisch das deutsche Selbstverständnis und der Deutschen liebstes Genre untergräbt.« TAZ

MAREIKE WEGENER

Nach einigen Dokumentarfilmen – darunter Künstlerporträts über Al Hansen und Mark Lombardi – feierte Regisseurin Mareike Wegener 2022 mit ihrem Spielfilmdebüt ECHO im Rahmen der Berlinale Premiere. Zudem ist sie Mitbegründerin der Produktionskooperative Petrolio. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden unter anderem die Kurzfilme X und RIAFN, die beide im Transit-Kurzfilmprogramm Zwischentöne: Long Shorts der diesjährigen Festivalausgabe zu sehen sind.

SCREENINGS

Sa. 26.11.16:30WintergartenTickets