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EKMEK PARASI – GELD FÜRS BROT

Serap Berrakkarasu | DEU 1994 | 104′ | DE, OmU

██ La deutsche Vita ⭐ Mit Gästin: Serap Berrakkarasu

Das Geld fürs Brot kommt aus der Fischfabrik: Ein einfühlsamer Blick auf die Arbeit migrantischer Frauen nach der Wende zwischen Stolz und schmerzenden Gliedern

An endlosen Fließbändern verrichten Arbeiterinnen aus der Türkei und der ehemaligen DDR Schichtarbeit, die sonst niemand machen will. Der Rücken schmerzt, die Hände sind braun gefärbt, der Fischgeruch haftet ein Leben lang an ihnen. Doch die Frauen, die Regisseurin Serap Berrakkarasu und Kamerafrau Gisela Tuchtenhagen in dieser einfühlsamen Dokumentation begleiten, beklagen sich nicht. Sie sind stolz auf ihre Arbeitskraft – auch wenn der Traum von einer „besseren Zukunft“ schon lange in weite Ferne gerückt ist.

EKMEK PARASI – GELD FÜRS BROT dokumentiert in nüchternen und dennoch tief empathischen Bildern klassische Frauenarbeit nach der Wende in Deutschland. Im Akkord hangeln sich die Arbeiterinnen von Tag zu Tag, wie einst in Chaplins MODERN TIMES drohen sie zu gut geölten Rädchen in der Maschinerie der Fischfabrik zu verkommen. Dass der Film trotzdem die Würde der Frauen bewahrt, ihnen mit echtem Interesse begegnet und sogar ihre Freude teilt, macht EKMEK PARASI zu einem einzigartigen, berührenden Zeugnis deutscher Lebensrealitäten nach der Wende.

PRESSESTIMMEN

„Ein einfühlsamer und noch immer zu selten repräsentierter migrantischer Blick, der auf zutiefst berührende Weise von Sehnsüchten und Realitäten erzählt.“ CINEMATEQUE LEIPZIG

„Das Ergreifendste an EKMEK PARASI – GELD FÜRS BROT ist, dass es in der Fischfabrik kaum Träume und Hoffnungen gibt und die Frauen trotzdem nicht aufhören zu singen und zu tanzen – und so endet der Film.“ CRITIC.DE

SERAP BERRAKKARASU

Bereits in ihrem Filmdebüt, dem 1991 erschienenen Dokumentarfilm TÖCHTER ZWEIER WELTEN, legte Serap Berrakkarasu in Begleitung von Gisela Tuchtenhagen den Fokus auf die Lebenswelt von Türkinnen in Deutschland. Mit ihrer Dokumentation EKMEK PARASI – GELD FÜRS BROT rückt sie die Arbeit der Frauen nach der Wende in den Vordergrund. 2021 wurde der Film im Rahmen des Frauenfilmfestivals Remake in Frankfurt in einer restaurierten Fassung wiederaufgeführt. 

SCREENINGS

Mo. 28.11.16:30WintergartenTickets