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SICK OF MYSELF

Kristoffer Borgli | NOR/SWE 2022 | 95′ | NO, OmU

██ Hauptsektion 🔁 Wird wiederholt / Wiederholung

Reise zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Endstation: Sich selbst möglichst grausam zerstören. Groteske Body-Horror-Satire von Kristoffer Borgli.

Signe ist an sich selbst erkrankt. An ihrer eigenen Psyche. Signe muss zwanghaft im Mittelpunkt stehen. Sie ist ein schwarzes Loch, das alle Aufmerksamkeit in ihrer Umgebung verschluckt. Und was könnte mehr Fürsorge bringen als krasses Leid? Signe begibt sich also auf die Mission, sich kaputt zu machen.

Kristoffer Borgli nimmt uns mit auf ihren irren, tragikomischen Selbstzerstörungstrip. Er gestaltet ihn als Body-Horror, der hier seltsam naturalistisch und alltäglich daherkommt, gepaart mit schonungslosem Humor. Wie Signe jede Situation um ihre Person zentrieren muss, und dabei immer wieder panisch scheitert, lässt die Cringe-Areale im Gehirn angenehm heiß aufglühen. Natürlich ist die explizite Inszenierung einer psychisch kranken Person so exploitativ wie die heuchlerische Modeagentin, die Signe für ihr Kuriositätenkabinett unter Vertrag nimmt. Doch gerade dadurch reflektiert der Film die gaffende Sensationslust einer abgestumpften Gesellschaft unter medialer Dauerbeschallung.

Je verstörender Signes grotesker Narzissmus ausufert, desto häufiger weiß das Publikum nicht mehr, ob es lachen oder weinen soll. Kann sie uns nicht einfach nur leidtun? Verhalten wir uns nicht alle wie Signe? Bemitleidet mich, verdammt! 

PRESSESTIMMEN

»SICK OF MYSELF ist eine ebenso originelle wie verstörende Komödie um eine junge Frau, die in ihrem Narzissmus alles tun würde, um gesehen zu werden.« FILM-REZENSIONEN.DE

»Horribly, shamefully, hilariously relatable.« THE HOLLYWOOD REPORTER

»By the end, the laughs have run dry as her increasingly ridiculous, attention-grabbing antics become so uncomfortable that her performance becomes outright disturbing.« THE FILM MAGAZINE

KRISTOFFER BORGLI

Mit seinem Faible für abstruse Charaktere und ihr Scheitern hat sich Kristoffer Borgli in den Fokus renommierter Filmfestivals gearbeitet. Sein Spielfilmdebüt DRIB feierte bei SXSW Premiere. Seine Kurzfilme FORMER CULT MEMBER HEARS MUSIC FOR THE FIRST TIME – uraufgeführt beim Sundance Festival – und A PLACE WE CALL REALITY – Gewinner des Preises des norwegischen Filmkritiker*innenverbandes – wurden ebenfalls international wahrgenommen. Mit seinem zweiten Langfilm SICK OF MYSELF debütierte Borgli 2022 in Cannes. 

SCREENINGS

So. 27.11.22:00Ostentor KinoTickets
Mo. 28.11.19:00FilmgalerieTickets