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TERRA FEMME

Courtney Stephens | USA 2021 | 62′ | EN, OV

██ Hauptsektion 🌐 Mit Online Q&A: Courtney Stephens

Auf den Spuren fluider Zeitlichkeit: Courtney Stephens verbindet in ihrem Travelog-Experiment den female traveler’s gaze mit der Poesie verblichener Reiseaufnahmen.

Ab den 1920er Jahren beginnen immer mehr Frauen, die Welt auf ihren Arbeits- und Urlaubsreisen zu filmen. Auf solche frühen Travelogs stieß Filmemacherin Courtney Stephens in öffentlichen und privaten Filmsammlungen. Entstanden ist daraus TERRA FEMME, ein spannendes Filmexperiment zwischen Essayfilm und einer Spoken-Word-Performance, die der ursprünglichen Aufführungspraxis der teils fast hundert Jahre alten Reisefilme möglichst nahekommt: etwa den Reisevideos von Kate Tode, die ihre selbst gefilmten Urlaubsreisen mit Live-Voice-Over versehen in den 1930er-Jahren in amerikanischen Kinoclubs präsentierte.

Doch wie unterscheidet sich nun der female traveler’s gaze von dem der Männer? Die Frauen in TERRA FEMME dokumentierten nicht nur die Welt, sondern damit auch ihre medialisierten Blickwinkel und Standpunkte – die noch lange die von Außenseiterinnen bleiben sollten. Gerade deswegen wohnt dem von Stephens montierten Bildmaterial eine nicht zu unterschätzende emanzipatorische Kraft inne; sowie die Forderung nach einem dezidiert weiblichen (Film-)Blick, den viele Frauen hinter den damals neu verfügbaren Privatkameras fanden.

PRESSESTIMMEN

»TERRA FEMME addresses many more issues: changing domestic roles in the 20th century, self-consciousness in amateur filmmaking, women’s potential access to historic moments and even – obliquely – climate change. Stephens’s ideas and presentation make for a dense, continually absorbing hour.« THE NEW YORK TIMES

»The images and narration combine – at once both thoughtful and deeply-personal – as Stephens explores the intersections of gender, individuality, history, race, colonialism, the relationship between humans and nature, and the various meanings we discover and create as we move through, view, shape, and document different places and cultures.« ARTSFUSE.ORG

COURTNEY STEPHENS

Courtney Stephens erforscht in ihren Sach- und Experimentalfilmen die Konturen von Sprache, historischer Geografie und des Lebens von Frauen. THE AMERICAN SECTOR zählt für den New Yorker zu den besten Filmen des Jahres 2021. Der von 2017 bis 2021 entstandene TERRA FEMME feierte seine Premiere im MoMA. Ihre Arbeiten liefen auf diversen Filmfestivals, unter anderem der Berlinale, der Viennale, dem Hong Kong International Film Festival, dem SXSW oder dem New York Film Festival. 

SCREENINGS

Mi. 30.11.16:30WintergartenTickets