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TERROR 2000

Christoph Schlingensief | DEU 1992 | 79′ | DE, OmU

██ La deutsche Vita

Wie tief wollt ihr in Deutschlands Abgründe schauen? Schlingensief! TERROR 2000 ist seine bitterböse Abrechnung mit der politischen Gegenwart der 90er-Jahre.

Die gestörten Gladbecker Geiselgangster Bössler und Jablo sind nach dem brutalen Mord an ihrer Geisel als Bürgermeister und Priester im kleinen Städtchen Rassau untergetaucht. Dort helfen sie Neonazis, eine Geflüchtetenunterkunft anzuzünden. Außerdem werden eine polnische Familie und ihr Sozialarbeiter ermordet und dank der Hilfe eines spiritistischen Mediums zerstückelt aufgefunden. Doch die Polizei bleibt – in einer Mischung aus Ohnmacht und Unwillen – untätig, die Medien berichten ausführlich.

Der letzte Teil von Schlingensiefs Deutschland-Trilogie nach 100 JAHRE ADOLF HITLER und DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER ist ein Sammelbecken der Abscheulichkeit. Doch die hysterische Horrorvision aus Rassismus, Kampf, Hilflosigkeit, Vergewaltigung und deutscher Realpolitik ist genauso gewalttätig, pervers und zynisch wie akkurat: Nur wenige Monate nach Abschluss der Dreharbeiten ereigneten sich die Gewaltexzesse um die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber*innen in Rostock-Lichtenhagen. Nicht zuletzt diese Hellsichtigkeit machte TERROR 2000 zum polarisierenden Kultfilm – inklusive verweigertem Platz im Forum der Berlinale und Buttersäureanschlag auf ein Berliner Kino – und zu einer radikalen Offenlegung deutscher Befindlichkeiten (nicht nur) zu Beginn der 1990er-Jahre.

Content Note: Sexualisierte und rassistische Gewalt

PRESSESTIMMEN

„TERROR 2000 ist das wirksamste Gegengift gegen den Biedersinn des deutschen Gremienfilms. Echter Horror kann manchmal die reine Erholung sein.“ DIE ZEIT

„Es gibt nichts zu verlieren. Darum setzt TERROR 2000 alles aufs Spiel. Das ist im deutschen Kino selten.“ SZ

„TERROR 2000: ungerührt und obsessiv.“ FRANKFURTER RUNDSCHAU

CHRISTOPH SCHLINGENSIEF

Christoph Schlingensief begann als Filmregisseur, doch im Laufe seines künstlerischen Schaffens inszenierte er auch Theaterstücke, Opern, Installationen und Straßenperformances. Aufgrund seiner Vorliebe für die Provokation, das Unangepasste und das Verstörende, mit denen er das spießige Deutschland der Ära Kohl aufzurütteln versuchte, war er zu Lebzeiten äußerst umstritten. Erst nach seinem frühen Tod im Alter von 49 Jahren wurde ihm breitere Anerkennung für sein Schaffen zuteil.

SCREENINGS

So. 27.11.22:00FilmgalerieTickets