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Das Kino war schon immer eine Maschine für Unmöglichkeiten. Bevor Computer Welten rendern konnten, wurden Monde an Kulissen gehängt, Menschen in die Leinwand hinein montiert, Bilder rückwärts laufen gelassen, Puppen zum Leben erweckt, Körper zerlegt und wieder zusammengesetzt. Die Retrospektive TRICK ME! geht diesen kleinen Sabotageakten aus einem Jahrhundert Trickfilm- und Filmtrickgeschichte nach. Hier findet ihr einen Überblick über Filme, die ihr bei Transit dieses Jahre (wieder)entdecken könnt.

ALICE © Athanor

Jan Švankmajer verwandelt in ALICE das Wunderland in eine morbide Stopptrick-Welt, Buster Keaton springt in SHERLOCK JR. durch die Grenzen der Leinwand und Animations-Ikone Suzan Pitt führt uns mit ASPARAGUS durch surreale freudsche Traumlandschaften. In AMERICAN POP rotoskopiert Ralph Bakshi ein Jahrhundert Popkultur zum rauschhaften Anti-Disney-Musical und in Mamoru Oshiis Anime-Meisterwerk ANGEL’S EGG voller rätselhafter Allegorien kann jede*r Zuschauer*in etwas anderes sehen – endlich, denn der Film hat es nach 41 Jahren erstmals auf ausgewählte deutsche Leinwände geschafft.

Auch der kultisch verehrte TETSUO: THE IRON MAN von Japans Indie-Legende Shin’ya Tsukamoto war selten in Deutschland im Kino zu sehen. In diesem japanischen Body-Horror-Beitrag verschmelzen Fleisch, Metall und Industrial Noise zu einem einzigen technoiden Fiebertraum. Weniger hart geht es in Faith Hubleys New-Age-Fantasie THE COSMIC EYE zu, in der zwischen Dizzy Gillespie und Wassily Kandinsky der Traum von einer besseren Welt gezeichnet wird. Wir verdanken diese verschüttete Animationsperle Faith Hubleys Tochter Emily, die ebenfalls mit einem animierten Kurzfilm bei uns vertreten sein wird. Und wenn dann noch Georges Méliès mit LE VOYAGE DANS LA LUNE zum Mond fliegt und das Pop-Duo Air den Soundtrack zu dieser Mutter aller Kinomagien liefert, heben wir hoffentlich endgültig in fantastische Sphären ab.


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