Von den Kinosesseln auf die Tanzfläche – HEIMSPIEL freut sich auf das Konzert von AND THE GOLDEN CHOIR

Unser Festival-Wochenende klingt nicht aus, sondern mündet in einem Crescendo der besonderen Art. Am Sonntag, den 18. November um 19 Uhr 30 gastiert And the Golden Choir im Regensburger Ostentor-Kino. Im Rahmen unserer Jubiläumsausgabe 10 gibt sich Tobias Siebert mit einem außergewöhnlichen Projekt die Ehre. Er performt mit einer Band und einem Chor, die beide nicht wirklich im Raum existieren – beziehungsweise nur auf Vinyl und im Klangraum.

Als Ergebnis eines spannenden Prozesses: Siebert schlüpft im Studio in die verschiedensten Rollen, sei es als Gitarrist, Schlagzeuger oder Sänger. Ein Musikinstrument nach dem anderen wird eingespielt und die Fragmente stapeln sich zu einem Stück empor. Beim Live-Act drehen sich die Schallplatten neben ihm im Kreis, während Siebert unterschiedliche zusätzliche Holzinstrumente wie Harmonium, Hackbrett und Mandoline bespielt – plus Gesang. Das Ergebnis ist eine wie aus der Zeit gefallene Musik, die keinen Trends nachläuft. Diese analoge Idee des Golden Choir wird bei den neuen Stücken um digitale Elemente wie Keyboards und Samples erweitert. Der Charme des Goldjungen bleibt derselbe. Pompös arrangierte Instrumentals, melancholische Kompositionen und die unverwechselbare durchdringende Stimme garantieren ein Klangerlebnis der Extraklasse.

Tobias Siebert ist schon lange kein Geheim-Tipp mehr, seine Touren führten ihn bereits quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, genauso in die Niederlande und nach England. Als And the Golden Choir veröffentlichte er zwei Alben, darunter sein neuestes Werk Breaking with Habits und trat unter anderem im ZDF auf. Schon vor And the Golden Choir war Siebert musikalisch aktiv. Er hat zahlreiche Projekte gegründet und produziert, unter anderem sind hier Phillip Boa, Klez.e, Juli, Kettcar, Me And My Drummer, Enno Bunger und Xavier Darcy zu nennen. Auch heute noch arbeitet er als Produzent in Berlin.

Wir freuen uns auf dieses ganz besondere Konzert beim Heimspiel Filmfest 10!

©LOOB Musik

 

HEIMSPIEL FILMFEST freut sich auf Iris Berben, unseren diesjährigen weiblichen Ehrengast!

Im Rahmen unserer Jubiläumsausgabe 10 (14.-21. November 2018) ehren wir mit Iris Berben eine der herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Films.
Nicht nur als Präsidentin der Deutschen Filmakademie steht Iris Berben an der Spitze der hiesigen Kinematographie.
Während ihre frühen Klassiker wie Brandstifter (1969) von Klaus Lemke oder Detektive (1969) und Supergirl (1971) von Rudolf Thome längst Filmgeschichte geschrieben haben, kündigen sich die nächsten Großprojekte bereits an: Sönke Wortmanns Re-Adaption von Der Vorname (Le Prénom) des französischen Kultautoren Matthieu Delaporte steht genauso in den Startlöchern wie die beiden auf dem Filmfest München uraufgeführten TV-Produktionen Die Protokollantin von Nina Grosse und Hanne von Dominik Graf.
Als Schauspielerin ist Iris Berben seit Sergio Corbuccis Revolutions-Western Vamos a matar, compañeros (1970) immer auch international gefragt, bis hin zum autopbiographischen Publikumsliebling Eddie the Eagle
(2016) mit Hugh Jackman. Ihre konstant enorme Popularität liegt unter anderem in ihrer schauspielerischen Bandbreite begründet. So begeisterte sie die Zuschauer als urkomische Komödiantin in den Kultformaten Zwei himmlische Töchter (1978) an der Seite von Ingrid Steeger und Sketchup (1985-86) an der Seite von Diether Krebs. Auch Autor und Regisseur Oliver Storz (Beinahe Trinidad, 1985; Das Viereck, 1986) tarierte in seinen frühen Filmen die humoristischen Fähigkeiten des Stars aus. Regisseur Matti Geschonneck (Ein mörderischer Plan, 2000) bildete später eine regelmäßige und äußerst erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft mit der Schauspielerin.
Der Straßenfeger Das Erbe der Guldenburgs (1987-1990) war nur eine Serie, die Iris Berbens Vielseitigkeit bewies. Unter anderem in Rosa Roth (1994 – 2013), Die Patriarchin (2004) und Krupp – Eine deutsche Familie (2009), jeweils unter der Regie Carlo Rolas, festigte Iris Berben ihr Image als wandlungsfähige Hauptdarstellerin und Publikumsmagnet. Im Kino brillierte sie als ehemalige Terroristin in Susanne Schneiders Es kommt der Tag (2009) und überzeugte in den Blockbuster-Komödien Traumfrauen (2015) und High Society (2017) von Anika Decker.
Iris Berben glänzt jedoch nicht nur vor der Kamera. Auch abseits des Filmgeschäfts gelingt es ihr, zu beeindrucken. Mit ihrer mal distinguiert distanzierten, mal betörenden Stimme haucht sie diversen Hörbüchern Leben ein. Auch als Autorin findet sie Beachtung. Vor allem aber ihr zivilgesellschaftliches Engagement verleiht ihr einen Sonderstatus. Hierfür wurde sie genauso zahlreich ausgezeichnet, wie für ihr schauspielerisches Wirken. So gesellen sich zu mehrfachen Adolf-Grimme-Preisen, der Goldenen Kamera, dem Bambi, der Romy und dem Bayerischen Fernsehpreis auch der Europäische Kulturpreis und das Bundesverdienstkreuz.
Im Rahmen unserer Hommage bei Heimspiel 10 wird unser Ehrengast Iris Berben am Samstag, den 17. November in der Kinolounge ein Gespräch mit unserem Festivalleiter Dr. Sascha Keilholz führen und im Anschluss ihren neuen Film Hanne mit Regisseur Dominik Graf präsentieren. Dominik Graf hatten wir bei Heimspiel 2 bereits eine Werkschau gewidmet.
In Hanne arbeiten diese beiden großen Solitäre des deutschen Films erstmals zusammen. Iris Berben überzeugt und überragt in der Rolle der titelgebenden Hanne, über deren Leben das Damoklesschwert einer potentiell tödlichen Erkrankung schwebt. Während sie eine genaue Diagnose erwartet, atmet Hanne eine neue Freiheit, die eine unvorhergesehene Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlägt.

Unser Heimspiel Filmfest freut sich daher ganz besonders auf den Ehrengast Iris Berben, deren Hommage ein Highlight im diesjährigen Festivalprogramm ist.

© picture alliance/dpa/ Horst Galuschka

 

Eure Meinung ist gefragt

10 Jahre Heimspiel Filmfest werden in diesem Jahr gebührend gefeiert. Daher kann jetzt über die Filme unserer Sektion Best of Heimspeil abgestimmte werden, um so die anstehende Jubiläumsausgabe aktiv mitzugestalten!
Wie das funktioniert? Einfach auf unserer Facebook-Seite für die entsprechenden Favoriten voten. Vielleicht ist dann auch Ihr/Euer Heimspiel– Lieblingsfilm im Kino zu sehen.

 

 

Jan Bonnys WINTERMÄRCHEN feiert in Locarno Premiere

Jan Bonny ist mit mittlerweile vier Besuchen (Heimspiel 1,2,5 & 8) schon Stammgast beim Heimspiel Filmfest. Morgen feiert sein neuer Film Wintermärchen beim Filmfestival in Locarno als einziger deutscher Wettbewerbsbeitrag Weltpremiere. Das provokante Anti-Terrorismus-Drama, das schon vorab als einer der ungewöhnlichsten Beiträge des schweizerischen Festivals gilt, wird in Anwesenheit des Regisseurs und der Produzentin Bettina Brokemper gezeigt.
Heimspiel drückt für die Verleihung des Goldenen Leoparden am Samstag die Daumen!

 

Kinokultur in Regensburg e. V. meets Cinema Paradiso

Unter sternenklarem Himmel und vor einem vollbesetzten Cinema Paradiso hat sich gestern Abend zum zweiten Mal der neugegründete Verein Kinokultur in Regensburg e. V. vorgestellt. Ziel des Vereins ist es, einen Beitrag für das kulturelle Leben in Regensburg im Rahmen von Filmreihen und Festivals zu leisten, denn besonders das randständige, radikale, mutige und unabhängige Kino benötigt einen besonderen Rahmen, um sich Gehör zu verschaffen.

Als Veranstalter der Regensburger Institution Heimspiel Filmfest gestaltet der Verein bereits aktiv das städtische Leben, indem nicht nur „Weltkino“ in Regensburg gezeigt wird, sondern auch Talente gefördert werden. Zudem wird ein Dialog zwischen Filmschaffenden, Wissenschaft und Kinobesuchern geschaffen. Um dies weiterhin realisieren zu können, braucht der Verein Unterstützung auf verschiedenen Ebenen. Und ihr könnt mitmachen und helfen: als aktives Mitglied, Fördermitglied oder in Form einer Spende. Informationen und Kontaktdaten dazu gib es hier.

Mit der Premiere des Teaser-Trailers ist schonmal die Einstimmung für unsere Jubiläumsausgabe Heimspiel 10 gelungen. Seht selbst:


Hinweis: Externes Video von YouTube ℹ

 

 

 

 

Wir brauchen Schatten!

Zum Glück wirft unser großes Heimspiel-Jubiläum vom 14.-21. November große Schatten voraus. Wir finden, Kino gehört nicht nur in verregnete Novembertage (wäre ja auch diskriminierend!) sondern ebenso in laue Sommernächte.
Daher laden wir herzlich ins  Cinema Paradiso – Kino unter den Sternen, zu einem einzigarten Kinoerlebnis unter freiem Himmel mit Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, unserem Abschlussfilm des vergangenen Jahres, ein.
Dabei stellen wir den Verein für Kinokultur in Regensburg vor, welcher Heimspiel ausrichtet. Nähere Infos zum Verein gibt es hier.

Also ab damit in den Kalender:

13. und 30. Juli ab 21 Uhr
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Präsentiert vom Verein für KINOKULTUR IN REGENSBURG
bei Cinema Paradiso – Kino unter den Sternen

HEIMSPIEL 10 auf dem Filmfest München

Das Filmfest München ist in vollem Gange und wir sind natürlich auch dabei und suchen die Highlights des aktuellen Kinojahres. Ein paar ereignisreiche Tage liegen noch vor dem Sichtungsteam. Wir sind gespannt, welche Beiträge in der Jubiläumsausgabe von Heimspiel präsentiert werden.

Heimspiel 10 meets Berlinale

Auch dieses Jahr waren wir auf der inzwischen 68. Berlinale unterwegs, haben eifrig Filme gesichtet und dabei schon einige mögliche Kandidaten für die Jubiläumsausgabe von Heimspiel entdeckt.
Wer heute Abend wie wir die Preisverleihung der begehrten Bären miterleben möchte, der kann dies entweder im TV (19:00 Uhr auf 3sat) oder im Berlinale-Live-Stream verfolgen.

https://www.berlinale.de/de/im_fokus/live-streaming/index.html

Feedback gewünscht

Kaum ist No9 vorbei, schon richtet sich unser Blick auf die Jubiläumsausgabe HS10!
Ein studentisches Team der Karlshochschule in Karlsruhe hat Heimspiel-Filmfestival dieses Jahr besucht und eine kleine Umfrage entwickelt, die Euch die Möglichkeit zu konkretem Feedback geben soll.
Wir würden uns freuen, wenn ihr Euch ganz kurz Zeit nehmt und unter folgendem Link an der Umfrage teilnehmt:

https://shakedag.typeform.com/to/p16HLb

 

Deutscher Psychothriller Die Vierhändige wird Publikumspreisträger

Gestern konnten wir nach dem Screening von Die Vierhändige gleich vier Gäste zur Diskussions- und Fragerunde beim Heimspiel begrüßen: Regisseur und Drehbuchautor Oliver Kienle, eine der zwei Hauptdarstellerinnen Frida-Lovisa Hamann, Nebendarsteller Christoph Letkowski und Produzent Markus Reinecke. Umso größer war die Freude unseren Gästen gleich die gute Nachricht überbringen zu können – Die Vierhändige ist unser diesjähriger Publikumspreisträger! Ihr habt heute alle die Chance den deutschen Psychothriller um 20.30 Uhr im Akademiesalon zu sehen.

Der Genrefilm Die Vierhändige ist doch etwas Besonderes in der deutschen Filmlandschaft, Regisseur Oliver Kienle sieht den Mangel an einer Genretradition als Grund: „In Deutschland gibt es eine Angst vor physischem Kino. Es wird lieber über Themen auf intellektueller Ebene gesprochen, als dass man sich emotional berühren lässt. Da ist eine Glaswand, es gibt kein Vertrauen ins Genrekino und auch keine Tradition mehr, obwohl vor dem zweiten Weltkrieg in Deutschland die Genrefilme quasi erfunden wurden.“ Auch das Thema des Films ist selten in einer solch packenden Art inszeniert worden. Im Fokus steht das Thema Trauer und die Frage was Trauer mit einem Menschen macht. Eine Trauer, die die Seele zerreißt und sich die Trauernde nicht für eine Seite entscheiden kann. Die Zerrissenheit wird bereits in der Ausgestaltung der beiden Schwestern Sophie und Jessica, die im Zentrum der Handlung stehen deutlich. Die beiden Schwestern sind ganz gegensätzliche Charaktere, Kienle beschreibt sie als Ying und Yang: Sophie als zarte Blonde, mit heller Kleidung, die versucht sich vom traumatischen Kindheitserlebnis zu lösen und ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu führen. Ihr gegenüber die ältere Schwester Jessica, die eine ausgeprägte Besessenheit entwickelt hat ihre Schwester zu beschützen und mit ihrem düsteren Äußeren, einen verstörten und gewaltbereiten Eindruck hinterlässt. Frida-Lovisa Hamann, die Sophie spielt, tat sich anfangs schwer mit der Vorbereitung auf ihre Rolle. „Irgendwann denkst du, du hast es verstanden, hast du aber nicht. Man verliert die Außenansicht und ist nur noch in der Figur. Die Verwirrung war aber sehr Kraft gebend für den Dreh.“ Hamann kommt vom Theater, für sie war Die Vierhändige ihre erste Kinofilmrolle.

Den Dreh beschreiben alle Gäste als sehr anstrengend, eine Szene ist dem Regisseur besonders im Kopf geblieben: „Bei der einen Plansequenz ging wirklich alles schief – wir hatten -10° und der Boden war komplett eingefroren, weshalb ein Stuntman und nicht Detlef Bothe selbst über die harte Erde gelaufen ist. Der Stuntman fiel hin und riss sich den kompletten Rücken auf, weil die Unebenheiten durch den Frost richtig scharf und spitz waren“, auch Produzent Markus Reinecke gibt mit einem Schmunzeln noch ein Statement zur Szene ab: „Den Weg, den Detlef laufen sollte, hab ich dreimal mit frischer Erde aufschütten lassen und mehrfach abgenommen, aber dann lief ja eh alles anders.“ Trotz der Strapazen ist Die Vierhändige für alle vier Gäste eine Herzensangelegenheit, Christoph Letkowski fand das Drehbuch von Beginn an außergewöhnlich und ignorierte auch die Anmerkung „das ist wahrscheinlich eh nur so ein Studentenfilm“. Tatsächlich konnte Letkowski nach eigener Aussage nicht mehr aufhören zu lesen und hatte richtig Lust, wegen der Ambitionen des Regisseurs, Teil des Films zu sein. Dass die Finanzierung des ambitionierten Projektes kein leichter Weg war verdeutlicht Reinecke: „Deutschland ist eigentlich kein Land in dem man Filme macht, die nicht einordbar sind. Wir waren bei vielen, die begeistert waren vom Drehbuch, aber es ihnen einfach nicht Mainstream genug war. Viele Türen wurden geschlossen, nicht das einfachste Projekt.“

Die Vierhändige glänzt mit beeindruckender Kameraarbeit, einer mitreißenden Story und strahlt viel von der Begeisterung der Beteiligten aus, ohne bemüht zu wirken. Manchmal bedrückend genau ist der Psychothriller nicht realistisch, aber wahrhaftig inszeniert. Lasst euch diesen faszinierenden Film nicht entgehen!